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Gendergerechte Kommunikation und SEO
Sandra Enard
Sandra Enard | 1. April 2021
Algorithmus Expertise google SEO

Binnen-I oder Gendersternchen – Gendergerechte Kommunikation

TeilnehmerInnen, Teilnehmer*innen oder doch Teilnehmer und Teilnehmerinnen? Während Gendern in Stellenanzeigen bereits seit 2019 in Deutschland verpflichtend ist, tun auch Sie sich vielleicht schwer, gendergerechte Sprache auf Werbematerial oder Ihrer Website konsequent umzusetzen. Das liegt in vielen Fällen daran, dass noch immer Unsicherheit darüber herrscht, wie in der deutschen Sprache korrekt gegendert wird und welche Auswirkungen die gendersensible Ansprache auf das Suchmaschinen-Ranking bei Google hat. In diesem Blogbeitrag bringen wir etwas mehr Licht ins Dunkel: Wir geben Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Schreibweisen, zeigen die Tücken des Genderns in Bezug auf Suchmaschinenoptimierung auf und geben Ihnen Empfehlungen für Ihre Website.

Ein Überblick über gendergerechte Schreibweisen

Damit auch Sie zukünftig Ihre gesamte Kundschaft mit inklusiver Sprache korrekt ansprechen können, haben wir zunächst einen Überblick über die gängigsten Varianten erstellt und zeigen Ihnen, welchen Zweck sie in der gendersensiblen Ansprache erfüllen.

  • Paarform: Teilnehmer und Teilnehmerinnen
  • Binnen-I: TeilnehmerInnen
  • Schrägstrich: Teilnehmer/innen

Die Verwendung von Paarform, Binnen-I oder Schrägstrich ermöglicht es, Männer und Frauen gleichermaßen anzusprechen. Alle drei Formen können in ihrer Intention gleichwertig betrachtet werden. Nach wie vor sind bei diesen Varianten jedoch noch nicht alle körperlichen und sozialen Geschlechter mit eingeschlossen. Es geht also noch besser:

  • Stern (Gendersternchen): Teilnehmer*innen
  • Unterstrich (Gender Gap): Teilnehmer_innen
  • Doppelpunkt: Teilnehmer:innen

Wenn Sie in Ihrer Kommunikation auf Gendersternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt zurückgreifen, inkludieren Sie neben dem männlichen Geschlecht auch Frauen und non-binäre Geschlechtsidentitäten. Diese drei Formen sind deshalb den drei zuerst genannten vorzuziehen. Weitere Vorteile: Der Lesefluss wird durch die Verwendung von Stern, Unterstrich oder Doppelpunkt weniger gestört und der Text nicht übertrieben verlängert, wie dies besonders bei der Verwendung der Paarform der Fall ist.

Nun bleibt noch die Frage nach der Barrierefreiheit – schließlich sollen auch sehbehinderte Menschen weiterhin Zugang zu gegenderten Texten haben. Häufig kommt hier der sogenannte Screenreader zum Einsatz. Die Community der Sehbehinderten präferiert dabei Gendersternchen oder Doppelpunkt. Viel wichtiger wäre es jedoch, einen einheitlichen Standard festzulegen, damit Screenreader entsprechend programmiert werden können. Dann werden die Satzzeichen in der Wortmitte zukünftig nicht mehr vorgelesen und der Text ist wieder besser verständlich.

Hörbeispiel eines Screenreaders für die verschiedenen Varianten


Während wir jetzt noch hin und wieder über die inkludierenden Formulierungen stolpern, wird sich der Gebrauch etablieren und uns zukünftig nicht mehr auffallen. Denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier! Sprache ist flexibel und anpassungsfähig. Das gilt nicht nur für die gesprochene Sprache, sondern auch die Schriftform. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel beispielsweise hat 2020 in seinen Grundsätzen unter anderem festgelegt, dass zukünftig auf das generische Maskulinum verzichtet werden soll und genderneutrale Formulierungen zu bevorzugen sind.

Gendern und SEO: Der Algorithmus als Spiegelbild unseres Suchverhaltens

Die Frage, die Sie sich im Bezug auf gendersensible Sprache womöglich stellen, ist die nach den Auswirkungen auf SEO und das Suchmaschinen-Ranking. Schließlich steht die Gefahr im Raum, dass Websites, die genderneutrale Formulierungen wählen, schlechter aufgefunden werden als Konkurrenzseiten, die auf korrektes Gendern verzichten. Um dieser Frage nachgehen zu können, müssen wir etwas weiter ausholen.

Suchbegriffe wie „Frisör Frankfurt“ oder „Hausarzt Berlin“ werden von uns nicht gewählt, um bewusst einen männlichen Frisör oder männlichen Hausarzt zu finden. Vielmehr ist das generische Maskulinum im Suchverhalten ein Zeichen für unsere Bequemlichkeit: Die männliche Form stellt die kürzeste Variante dar und schließt in unseren Köpfen Frauen automatisch mit ein. Anders ist es beispielsweise mit „Visagistin“ oder „Krankenschwester“ – diese Begriffe assoziieren wir häufig mit typischen Frauenberufen und suchen auch entsprechend bewusst nach der weiblichen Form. Zur Verdeutlichung: „Visagistin“ mit 4.400 vs. „Visagist“ mit 1.600 oder „Krankenschwester“ mit 27.100 vs. „Krankenpfleger“ mit 9.900 monatlichen Suchanfragen (Stand: März 2021).

Gendern im Netz – ein „deutsches“ Problem?

Der Google-Algorithmus basiert auf unseren Suchanfragen. Das erklärt auch, warum das Suchvolumen für Begriffe wie „Teilnehmer/innen“ oder „Teilnehmer*innen“ wesentlich geringer ist als für das generische Maskulinum. Es ist unwahrscheinlich, dass wir alle unser Suchverhalten dahingehend ändern, dass wir nur noch gendergerechte Begriffe in der Google-Suche verwenden. Allerdings ist der komplexe Algorithmus äußerst lernfähig und reagiert auf Veränderungen: Je mehr Websites geschlechtergerechte Ansprache wählen, desto früher dürfte Google seinen Algorithmus entsprechend anpassen.

Dass dies bisher noch nicht der Fall ist, kann mitunter daran liegen, dass Google die Relevanz gendergerechter Kommunikation noch nicht erkannt hat. Im Englischen beispielsweise gibt es ausschließlich das Neutrum, daher spielt Gendern für Google im englischen Sprachraum – der bedeutend größer ist als der deutsche – schlichtweg keine Rolle. Je höher also gendergerechte Kommunikation in allen möglichen Kanälen priorisiert wird, desto früher wird auch der Google-Algorithmus darauf trainiert werden. Dabei sollten Sie eines im Hinterkopf behalten: Nicht die Mitarbeitenden bei Google trainieren den Algorithmus, sondern wir!

Ist Gendern mit SEO vereinbar?

Wir wissen jetzt, dass der Algorithmus in den meisten Fällen die männliche Form bevorzugt. Manchmal kommt es sogar vor, dass Google während Ihrer Suche mittels Autokorrektur die männliche Schreibform des Suchbegriffs vorschlägt. Allerdings ist in vielen weiblichen Formulierungen die männliche Form bereits inkludiert, wie das Beispiel „Visagist*in“ zeigt.

Vorschläge zum Suchbegriff „Visagist“ in der Google-Suche
Vorschläge zum Suchbegriff „Visagist“ in der Google-Suche

Genderneutrale Formulierungen sind eine weitere Möglichkeit, diskriminierende Sprache zu vermeiden: Die Begriffe „Kundschaft“ oder „Mitarbeitende“ sind im Sprachgebrauch der Deutschen etabliert und lassen sich problemlos einsetzen. Außerdem entsteht der Eindruck, als hätte der Google-Algorithmus bereits erkannt, dass „Mitarbeitende“ synonym zum Keyword „Mitarbeiter“ verwendet wird. Sowohl für „Mitarbeiter“ als auch „Mitarbeitende“ gibt der Google Keyword-Planner 18.100 durchschnittliche Suchanfragen pro Monat an (Stand: März 2021). Zum Vergleich: Das Suchvolumen für „Mitarbeiterinnen“ beträgt derzeit lediglich 2.900 monatliche Anfragen. Die neutrale Form funktioniert jedoch leider nicht in allen Fällen – Formulierungen wie „Textende“ oder „Freelancende“ werden sich höchstwahrscheinlich nicht durchsetzen.

Ergebnisse Google Keyword-Plan für „Mitarbeiter“
Ergebnisse Google Keyword-Plan für „Mitarbeitende

Darauf sollten Sie bei der gendersensiblen Kommunikation achten

Sollten Sie sich dazu entscheiden, Ihre Website geschlechtersensibel zu gestalten, haben wir Ihnen hier noch einmal die Key Facts zu gendergerechter Kommunikation zusammengefasst.

Das Wichtigste zur gendersensiblen Kommunikation auf einen Blick

Fazit: Wann ist Gendern auf Websites sinnvoll – und was ist mit SEO?

Eine konkrete Aussage darüber, ob Gendern mit Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung richtig oder falsch ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer zu treffen. Wir vermuten, dass der Algorithmus lernen wird, mit Gendersternchen und Co. umzugehen. Werden Sie sich außerdem bewusst, welche Begrifflichkeiten, die auf Ihrer Website gegendert werden können, relevante Keywords für das Ranking Ihrer Seite darstellen. In vielen Fällen ist dies überhaupt nicht oder nur marginal der Fall und genderneutrale Formulierungen können ohne Einfluss auf das Google-Ranking eingesetzt werden.

Ausnahmen bilden beispielsweise Internetauftritte von Selbstständigen und Einzelunternehmungen: Hier schneiden Texterinnen oder SEO-Freelancerinnen in den SERPs tatsächlich deutlich schlechter ab als ihre männlichen Kollegen. In diesem konkreten Fall stehen Sie also vor der Frage, ob Ihnen gendersensible Sprache wichtiger ist als Ihr Google-Ranking, solange der Algorithmus noch nicht darauf perfektioniert wurde. Sie sind sich noch unsicher, ob gendersensible Kommunikation für Ihre Website infrage kommt? Melden Sie sich bei uns und wir prüfen die Auswirkungen in Ihrem ganz individuellen Fall!

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